Groß Flottbek: Deutschlands einziger 6-Loch-Platz


Was ein Quickie beim Sex ist, muss ich Euch ja wohl nicht erzählen… Aber was ist ein Quickie beim Golfen? Genau, schnell mal sechs Löcher… idealer Weise auf Deutschlands einzigem und obendrein vorgabewirksamen 6-Loch-Platz mitten in Hamburg. Genauer gesagt, im Elbvorort Groß Flottbek! Ich habe das große Glück, hier – einen gehörigen Drive von der Elbe entfernt – zu wohnen. In den vergangenen Jahren habe ich schon öfter in dem Großflottbeker Golfclub gespielt: mal in der Mittagspause, mal am Abend vor dem ersten Glas Wein. Gestern war ich wieder da, und ich dabei einen besonderen Luxus genossen: Ich konnte zu Fuß zu Deutschlands kleinstem Golfplatz gehen. Das musste ich sogar, weil mein Auto gerade durch die Hauptstadt kurvt, und weil ich keine Lust hatte, mich wegen dieser zehn Minuten Fußweg bei car2go einzuschreiben…

Eine ganz eigene Herausforderung

Sechs Löcher, eines feiner, schwieriger und besser gepflegt als das andere. Saftige Fairways, umgeben von knorrigen Eichen, meterhohen, schlanken Birken, Buchen, die schon so manchen Blitzschlag überlebt haben. Dahin plätscherndes Bächlein (ein Sammelplatz für Bälle…), kleiner, idyllischer Teich, Grüns, die spurtreu sind.

Schon mehr als 100 Jahre (seit 1906) wird hier gegolft. Die wundervoll gepflegten Villen, die mich auf meiner Runde begleiten und faszinieren, haben zwei Weltkriege überlebt. So mancher, der hier seinen Trolley zieht oder schiebt, könnte gut und gern zu den Gründungsmitgliedern zählen… andererseits pfeffern Zehnjährige die Bälle über die engen Fairways. Golf ist eben ein Sport für alle Generationen und jeder hat so sein eigenes Handicap. Mal ist es das Alter, mal die Jugend, mal der Schwung, mal der Partner, mal etwas ganz anderes.

Überhaupt ist dieser Club in Groß Flottbek ein Club für die ganze Familie: Hier wird (sehr erfolgreich übrigens) Hockey gespielt, Tenniscracks stehen mehrere Plätze zur Verfügung, nun ja, und der Golfsport ist eben die dritte Herausforderung! Sind sechs Löcher nicht wirklich ein paar Löcher zu wenig - werden sich manche von Euch fragen. Eigentlich nein! Wer wirklich nur Zeit für sechs Bahnen hat, beendet das Spiel nach sechs Pars (!!!!, schön wär’s…), und wer 18 Bahnen spielen möchte, geht einfach dreimal sechs. Wobei keine Bahn so ist wie die andere, weil die Abschläge nach jeweils sechs gespielten Löchern neu positioniert sind. Alles paletti also? Jein!

Wenn die Ferne ruft… Zwei Wermutstropfen sind mir aufgefallen. Erstens dürfen Greenfee-Spieler am Wochenend nur in Begleitung eines Clubmitglieds aufteen. Und zweitens: Christoph Lampe, seit Jahren Geschäftsführer in Groß Flottbek, verläßt den Club, wandert mit seiner Familie nach Neuseeland aus, um sich dort beruflich neu zu orientieren. Ich kenne Christoph Lampe, weil er vor Groß Flottbek meinen Heimatclub An der Pinnau gemanagt hat, und deshalb weiß ich, was ich sage, wenn ich sage: Christophs Abschied ist ein richtiger Verlust. Als Golfer, als Manager… und vor allem als Mensch. PS: Sollst sehen, Christoph, das Geld, das viele Geld, das Neuseeland von Dir für ein Visum sehen will, wird bald auf Deinem Konto sein! Und dann ist’s nur noch ein 27-Stunden-Flug ins neue Leben!

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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

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