Wenn Singles reisen...dann haben sie (auch) was zu erzählen...


Wie heißen die Zauberworte für einen gelungenen Urlaub?

Genau - ABSCHALTEN, LOSLASSEN!

Ich habe erlebt, was abschalten bedeutet - als ich mit meiner EC-Karte zahlen wollte und tatsächlich die PIN-Nummer nicht mehr im Kopf hatte. Ich musste sogar ein paar Sekunden überlegen, wo ich sie sicherheitshalber notiert hatte…!

„Das ist doch ein gutes Zeichen,“ lachte die junge Rezeptionistin. Wie recht sie hatte!

Eine Woche war ich mal weg, und zwar nicht zum Wandern wie Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg, sondern zum Golfen an der Algarve. Genauer gesagt im Robinson Club auf den herrlichen Plätzen Quinta da Ria und Quinta de Cima. Quinta de Cima ist lang und führt vorbei an saftigen Orangenhainen, Quinta da Ria bietet immer wieder einen spektakulären, grandiosen Blick auf den Atlantik.

Meeresrauschen inclusive!

Das waren die einzigen Wolken, die ich in sieben Tagen gesehen habe!

Was bedeutet es, wenn man mit 40 Singles aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden zum Golfen im Robinson Club an der Algarve eincheckt?

Ich will’s mal so sagen:

Ich habe lange nicht mehr so gut und abwechslungsreich gegessen!

Ich habe lange nicht mehr den Tag so gesund mit Ingwerwasser (warm oder kalt) und gepreßten frischen Obstsäften begonnen!

Ich bin lange nicht mehr so freundlichen Gastgebern begegnet!

Ich habe lange nicht mehr so viel und so herzhaft gelacht!

Ich habe lange nicht mehr so an-und aufregend geflirtet!

Ich habe lange nicht mehr so exzellent gepflegte Golfplätze gespielt (und dabei schlecht gescort…)!

Ich habe zuvor noch NIE ein Silvesterfeuerwerk über dem Atlantik erlebt - einfach grandios!

Das Leben kann so schwer sein; Wer seinen Ball auf dem Quinta de Cima verzieht, der muss ihn zwischen den Orangenbäumen suchen...

Ja, und ich habe lange nicht mehr in so kurzer Zeit so viel Persönliches von Menschen erfahren, die ich zuvor nicht kannte, von denen ich nur wußte, dass wir (mindestens) eine gemeinsame Leidenschaft haben; das Golfspielen.

o Holger, Diplom-Geologe aus Berlin. Klug und immer freundlich, ein Charmeur, der die Herzen der Damen reihenweise öffnete. Einer, der beim Gehen oft nach unten guckt, weil er nach interessanten Steinen schaut, die er dann in die Tasche steckt und mit nach Hause nimmt. Geologen wissen, wie die Erde entstanden ist. Geologen können in Steinen lesen. Ihnen erzählen Steine und Felsen, wie die Welt vor vielen Millionen Jahren ausgesehen hat. Und nebenbei spielt Holger auch noch super Golf!

Ein Traum - der Robinson Club an der Algarve

Der Atlantik kennt Ebbe und Flut - und eine Sandbank, die beim Hochwasser mit dem Boot zu erreichen ist. Ich kann nur sagen: Fliegt nach Portugal an die Algarve!

Martina, die Zahnärztin aus Berlin, war so sehr vom Atlantik, von Ebbe und Flut und von der vorgelagerten Sandbank fasziniert, dass sie zu Hause gleich ein Aquarell produziert hat. Super Martina, ich ahnte gar nicht, dass Du auch malen kannst...

o Petra aus München. Sie spielt eigentlich ‚falsch‘ rum, die Linkshänderin. Sie kann gut mit Geld und Immobilien umgehen…berät im Bayerischen wohlhabende Leute und vor allem die, die noch wohlhabender werden möchten. Und Petra steht zu ihrem Wort: Als die Golfer-Gäste auf der Beachterrasse mit dem Golfball auf die Golf-Torwand chippten, sagte sie:“ Wenn Du von drei Bällen einen triffst, hole ich dir immer die Getränke…“ Ok, ich habe zweimal eingelocht - und mußte nie mehr selbst gehen…

o Laila - wir beide sind schon nach einem Tag ein Paar geworden. Ein sogenanntes Trolley-Paar. Sie wohnte schräg über mir, hat aber ihren Trolley neben meinem auf meiner Terrasse geparkt. Laila kommt aus Litauen, hat sich im Westen eine tolle Reinigungsagentur aufgebaut. Kunden zahlen 21.50 Euro pro Stunde. Laila verriet mir, sie sei Widder und mache immer das Gegenteil: „Als ich sagte, ich wolle anfangen zu golfen, haben die Leute gemeint:’Du hast doch einen Vogel’. Da habe ich gerade angefangen.“ Wenn Laila lacht, dann muss ich mitlachen, dann wackeln nämlich die Wände. Und nicht nur die…

(M)ein letzter Drive - dann geht es wieder nach Hause!

o Da ist Karin - Malerin aus Hannover. Glücklich geschieden. Blond und fröhlich und gescheit. Ich denke; Wenn sie wollte, könnte sie dreimal am Tag einen anderen heiraten…die Kerle stehen Schlange. Karin ist in Kanada geboren, hat lange auf Zypern gelebt, spricht englisch und französisch. Und abends wollte jeder neben ihr sitzen…weil sie beides kann: zuhören UND erzählen!

o Da ist Andreas, das Verkaufsgenie aus Bayern. Man muss schon gut zuhören, wenn er ins Erzählen kommt…sonst versteht man kein Wort. Eines Morgens habe ich ihn sehr gut verstanden. „Na, Andreas,“ fragte ich, „alles ok?“ - „Nix ist okay,“ antwortete er, „meine Mutter ist die Nacht gestorben…“ Dann wurden seine Augen rot, Tränen liefen ihm über die Wangen. Abends haben wir dann am Abendbrotstisch zu Ehren seiner Mutter ein paar Schweige-Sekunden eingelegt.

o Da ist Martina, smarte Zahnärztin. Sie kommt aus dem Osten, aus Pankow - die Ehe hat die Wende nicht überlebt, und Martina begann ein neues Leben in einer katholischen Kleinstadt. Den Grund hat sie mir erzählt, als wir an unserem golffreien Tag mit Tee (sie) und Aperol (erst ich, sie dann auch…) an der Beachbar saßen und auf den rauschenden Atlantik schauten:“ Warum geht eine Frau irgendwo hin? Aus Liebe - aber nicht zur anderen Stadt, sondern weil ein Mann dahinter steckt natürlich…“ Aber ich glaube, die Sache ist zu Ende…denn Martina will zurück nach Berlin.

o Da sind die beiden Hamburger Ladys, die sich ihr Witwendasein versüßen. Und zwar mit tollen Reisen. Im März geht’s nach Lissabon, danach nach Spanien, dann Südafrika…schließlich 30 Tage Kreuzfahrt. Ich hatte allen Grund, ihnen diese Reisen zu gönnen!

So sehe ich aus, wenn ich beim Selfie gegen die Sonne gucke...wie gut, dass die beiden Stirnfalten nichts mit meiner Laune zu tun haben

o Da ist Dietrich, Manager aus dem Niedersächsischen. Er und ich hatten uns in die gleiche Frau (Karin…) verguckt. Ich denke, gelandet ist bei ihr keiner - von mir jedenfalls kann ich das definitiv sagen. Aber ich denke, er auch nicht. Wenn er abends ging, hat Karin noch getanzt…Von Dietrich weiß ich auch, dass er wieder gut beißen kann. „Ein grüner Apfel ist für mich kein Problem,“ sagte er mir abends, kurz vorm Essen. Kein Wunder; Dietrich hat gut 16.000 Euro in Implantate in den Oberkiefer investiert…!

o Da ist Sabine, Schönheitsmanagerin, Visagistin aus Bayern und Österreich. Geschieden, erwachsene Kinder. Die Sache mit ihrem Mann war ziemlich bitter - sie hat nicht nur ihn verloren, sondern auch ihre beste Freundin. Die nahm sich nämlich das Leben, als die Liaison bekannt wurde. Mit Sabine habe ich tolle Stunden verbracht. Und ich habe sie bewundert; Weil sie ihr Leben wieder so perfekt im Griff hat…und weil sie Drives geschlagen hat, die immer gehörig länger waren als meine!

o Da ist Daniel, der Schweizer, der bei den Bob-Junioren-Weltmeisterschaften 6. geworden ist. „Ich habe immer von Olympiade und Gold geträumt,“ hat er mir gestanden, „leider hat’s dazu nicht gereicht.“ Nun spielt er Golf - und ich denke, wenn seine extrem langen Drives eines Tages regelmäßig auf dem Fairways und nicht irgendwo im Gestrüpp landen, wird er auch ein sehr gutes Handicap haben…

So isses. Die Single-Reise ist zu Ende.

Aber nicht in meinem Kopf und nicht in meinem Herzen!

Deshalb möchte ich all die, die ich in diesen sieben Tagen und Nächten im Robinson Club kennengelernt habe, wiedersehen.

Jeder von ihnen hat eine neue Gedankentür in meinem Kopf aufgestoßen!

Jeder von ihnen war eine Bereicherung für mein Leben.

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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

Chefredakteur

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D – 25451 Quickborn

Tel +49 172 4223010

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