Golf spielen ist Urlaub für die Seele - Golf gucken auch!

Schlagzeilen in den Sonntagszeitungen am Sonntagmorgen!

"Migranten kommen wieder verstärkt über die Balkanroute." (Welt am Sonntag)

"Wo blutige Rache Pflicht ist." (Welt am Sonntag)

"Maffay. Ehefrau klagt auf Unterhalt." (Bild am Sonntag)

"Muss Brexit-Boris am Ende in den Knast?" (Bild am Sonntag)

"Trump bricht Friedensverhandlungen mit den Taliban ab." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

"Weibliche Genitalverstümmelung! Ein Schmerz, für den es keine Worte gibt." (Frankfurter Allgemeine Zeitung Sonntagszeitung)

Ich habe mir die Sonntagszeitungen zwar gekauft und fein säuberlich auf dem Frühstückstisch drapiert - aber ich bin froh, dass ich keine einzige Geschichte, die den Schlagzeilen folgt, gelesen habe. Denn ich wollte nicht, dass meine blendende Laune schon am frühen Sonntagmorgen auf der Strecke bleibt.

Ja, ich bin bestens gelaunt aufgewacht und zum Brötchenholen und Zeitungkaufen gegangen, und meine Daumen-hoch-Stimmung hat einen Grund: Ich war Donnerstag, Freitag und Samstag bei den Porsche European Open in Winsen an der Luhe, 35 Minuten von meinem Zuhause entfernt.

Ich will es mal ganz einfach und ehrlich ausdrücken! Nicht nur Golf spielen ist für mich Seelen-Urlaub, Golf gucken ist es auch! Drei Tage Porsche European Open auf den Green Eagle Courses ist wie ein großes, friedliches Familienfest. Man trifft sich, man sieht sich, man winkt sich zu, man fachsimpelt...und dann geht's weiter. Jeder hat seinen eigenen Weg, seinen eigenen Golfer, dessen Drives und Putts er verfolgen will.

Ich treffe Golfer und Golferinnen, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Manchmal fällt mir der Name nicht so schnell ein, aber ich kenne sein/ihr Gesicht. Und ich weiß, wo wir miteinander gespielt haben...

Da steht Heidi plötzlich vor mir, die ich beim Silvester-Single-Golfen an der Algarve im Robinson Club getroffen hatte. 18 Löcher sind wir auf dem Quinta da Ria gemeinsam gegangen - abends haben wir heftig geflirtet und ausreichend Aperol Spritz getrunken...all inclusive eben!

Am 2. Grün stößt mich Christian an, mit dem (und zwei weiteren Männern) ich am Wilden Kaiser in Ellmau gespielt hatte. Christian hatte sich damals bei uns nicht nur Freunde gemacht...warum? Weil er nicht für JEDE Dame, die er hinlegte, einen ausgeben wollte...Aber das ist doch nun mal Ehrensache. Egal, hier am 2. Grün war alles vergessen, fast alles!

Claudia tippt mich von hinten an und kiechert: "Ich bin's, die Claudia..." Na, klar, die Claudia. Sie ist aus meinem Heimatclub ausgetreten und golft jetzt in einem anderen Hamburger Club. Als Claudia bei uns ging, waren viele betrübt. Besonders wir Männer!

Gegen Bernie, der jeden Abschlag am 3. Tee fachmännisch und leise vor sich hin murmelnd kommentiert, habe ich vor acht, neun oder zehn Jahren ein stark umkämpftes Machtplay gewonnen. Auf der 2. Zusatzbahn...da hatte ich ihn endlich. Ich spielte Par, er hatte einen Bogey vorgelegt. Er hatte damals prophezeit, nach dieser niederschmetternden Niederlage mit dem Golfen aufzuhören und die Schläger in seinem Gartenteich zu versenken...aber es war nur ein leeres Versprechen. Gott sei Dank, Bernie.


Im VIP-Bereich (mit feinem Essen, edlen Getränken, liebevollem Service und Logenblick auf das 1.Tee und das 18. Green) von Porsche und Premiumpartner 'Donner & Reuschel' schließlich treffe ich ein Bremer Trio. Mann, Frau, Kind. Wir haben uns vorher noch nie gesehen...aber nach wenigen Minuten wissen wir einiges übereinander. Der Golfsport bringt uns schnell ins Gespräch. Die beiden sind (noch) nicht verheiratet, sie hat ihn und seinen Sohn zum Golfen gebracht. Nun haben sie alle drei eine gemeinsame Leidenschaft. Weiter geht's im small talk: Wer hat wo, wie und wann gespielt...wer hat welches Handicap, wer hat welches Ziel, wie weit ist der Weg des Filius zum Golfplatz...undsoweiterundsoweiter. Letztendlich tauschen wir Visitenkarten aus und freuen uns, uns irgendwann auf irgendeinem Golfplatz wiederzusehen.

Golf ist ein Kontaktsport. Nicht nur auf der Runde, auch abseits der Runde.

Und Golf ist so friedlich.

Keine Polizeikette mit bewaffneten Polizisten, die Schutzwesten und Schutzhelme tragen. Nicht wie beim Fußball, wo randalierende, brüllende, angetrunkene Fans schon vom Bahnhof 'abgeholt' werden müssen, damit sie nicht aufeinander losgehen und sich die Köpfe einschlagen.

Beim Golfen bummeln wir friedlich und happy von Fairway zu Fairway, von Green zu Green. Wir freuen uns, wenn die Drives fliegen und die Putts fallen. Wir sind in der Natur, auf 100 Hektar, umgeben von Rasen, Bäumen, Knicks, Sträuchern. Wie hat der unvergessene NDR-Reporter Fritz Klein einstmals einen Golf-live-Bericht vom Masters in Augusta gestartet, mit einer fast verschwörerischen Stimme:" Der Platz ist ganz in grün gehalten..."

Ich habe mich damals kringelig gelacht über diese Kleinsche Erkenntnis.

Aber wie recht Fritz Klein schon damals hatte. Grün ist nicht nur eine Farbe, Grün ist viel mehr. Ich habe nachgelesen, was Grün alles ist: "Grün ist die Farbe der Mitte. In seiner vollendeten Neutralität zwischen allen Extremen wirkt Grün beruhigend, ohne zu ermüden. Die Farbe Grün fördert Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Toleranz und Zufriedenheit. In der medizinischen Farbtherapie gilt Grün als Farbe, die den Rhythmus von Herz und Nieren ausbalanciert. Der Blick ins Grüne ist niemals anstrengend, sondern stärkt das Auge für alle anderen Eindrücke. Grün steht für Harmonie, Verjüngung und Leben."

Sag' ich doch. Was stört, ist manchmal nur der kleine weiße Ball, weil der nicht immer das macht, was man mit ihm vor hat!

Und wenn das passiert, kann man trotz 100 Hektar Grün schon mal verdammt alt aussehen...!

Fast hätte ich's vergessen: Das Porsche European Open hat natürlich einen Sieger! Er heißt Paul Casey (-14), Vizesieger wurde der Deutsche Bernd Ritthammer (-13).

Congrats, Ihr beiden!


Paul Casey Foto: Porsche European Open

Bernd Ritthammer Foto: Porsche European Open


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Hans-Heinrich Reichelt

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