Lieber John Daly, bitte, sei stärker als dieser verdammte, elendige Krebs!

Millionen Deiner Fans und ich haben es in der Zeitung gelesen: Du hast Krebs, Blasenkrebs!

54 bist Du, 54 ist zu jung zum Sterben.

Nein, ein Mann wie John Daly, ein Mann, den sie ‚Long John‘ nennen, weil keiner den Ball so weit schlägt wie er, so ein Kerl läßt sich doch nicht von einem einen Zentimeter großen Tumor in der Blase klein kriegen. Du hast es selbst gesagt nach Deiner Diagnose, Du hast getwittert: „Ich werde Spaß haben. Ich habe keine Angst, zu sterben. Ich kann die Herausforderung annehmen.“

John, Du KANNST die Herausforderung nicht nur annehmen, Du MUSST sie annehmen. Du hast einen Sohn, John Daly jr., 16 ist er gerade, und wenn er schwingt, wenn Dein kleiner großer John, ein wahres Ebenbild von Dir, die Bälle in den Himmel trommelt, dann lacht Dein stolzes Vaterherz. John jr. darf seinen Papa nicht verlieren. Noch nicht, nicht mit 16 Jahren.

Lieber John Daly, kürzlich hat mich jemand gefragt, mit wem ich in meinem Leben gern eine Runde drehen möchte. Mit dem Tiger, mit Phil Mickelson, mit Dustin Johnson? Eine rein theoretische Frage.

Klar, ich würde mit jedem aus dieser Weltelite gern spielen. Aber meine Antwort hieß: Mit John Daly!

Du bist der Verrückteste unter den Besten dieser Welt! Du trägst die buntesten Klamotten, Du hast Millionen Dollar verdient und Millionen Dollar verzockt. Du hast Entziehungskuren hinter Dir. Du bist auferstanden, wenn kaum noch jemand einen Pfifferling auf Dich gesetzt hast. Du hast zwei Majors gewonnen - 1991 die PGA-Championship und 1995 die British Open. Auf den Major-Runden hast Du Bier aus Pappbechern getrunken und Kette geraucht. Die Bilder sind per Satellit um die Welt gegangen. Bilder, die die Welt noch nie gesehen hatte!

Du bist John, Du verstellst Dich nicht. Du trinkst, wo und was Du willst! Und rauchst, wo und wann Du willst! Du bist so, wie Millionen sein möchten.

Verdammt, Blasenkrebs ist eine ernste Sache. Das bösartige Karzinom entsteht in der Blasenschleimhaut. Die ersten Symptome sind rötlicher Urin. Du bist zum Arzt gegangen, weil Du Schmerzen in der Nierengegend hattest, sogar leichte Rückenschmerzen. Und dann waren es weder die Nieren noch der Rücken. Stattdessen die niederschmetternde, brutale Wahrheit: Blasenkrebs.

Mit Blasenkrebs steht man ziemlich vorm Abgrund. In Deutschland sterben daran jedes Jahr 15.000 Männer. Ein wichtiger Risikofaktor für Blasenkrebs ist Rauchen. Du weißt es selbst - die Ärzte haben es Dir gesagt.

John, wie oft hast Du schon am Abgrund gestanden! Mal vor dem gesundheitlichen, mal vor dem finanziellen Abgrund. In allerletzter Sekunde ist es immer wieder gut gegangen. Du bist vielleicht reif für den Abgrund - aber nicht für den Absturz!

„Vielleicht gibt es ein Wunder,“ hast Du nach der Diagnose getwittert, im Angesichts der Information der Ärzte, dass der Krebs wahrscheinlich wiederkommt. Er verschwindet nicht einfach wie dunkle Wolken.

„Ich werde versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören,“ hast Du den Ärzten zugesagt.

John, versuche es nicht nur - HÖRE EINFACH AUF!

Ich weiß, wie schwierig das ist. Ich bin von 80 filterlosen Roth Händle täglich auf null. Von heute auf morgen, vor 41 Jahren. Es war eine der härtesten Entscheidungen - aber auch eine der allerbesten. Und allernötigsten!

Lieber John Daly, bitte, sei stärker als dieser verdammte, elendige Krebs!

Wenn einer die Kraft dazu hat, dann DU!

Viele Grüße von Deinem Dir unbekannten Freund Heiner und von vielen, vielen Golfern und Golferinnen, die Dir in Deutschland die Daumen drücken!









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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

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