Finca Cortesin an der Costa del Sol ! Das Paradies hat einen Namen

Tristesse! Entweder die Plätze sind geschlossen oder matschig.

Was soll man machen?

Am besten verreisen! Idealerweise in die Sonne!

Ich könnte - bei besseren Voraussetzungen - morgen abdüsen!

Wohin - das sage ich Euch auf dieser Seite.

Warum - das sage ich auch.

Vielleicht sehen wir uns irgendwo...ich würde mich freuen!



Finca Cortesin, Costa del Sol

Hat das Paradies einen Namen?

Ja, (m)ein Paradies hat einen Namen: Finca Cortesin.

Eine Perle der Costa del Sol, inmitten der malerischen Hügellandschaft Andalusiens zwischen Marbella und Sotogrande gelegen. Flirrendes Blau beim sensationellen Blick aufs Mitelmeer, grandiose Bergkulisse, 250 Hektar Natur pur, 20 exotische Arten von Pflanzen.

​Wer hier golft, fühlt sich wie ein König – weil er wie ein König behandelt wird. Die Golfcarts sind ausgestattet mit GPS-System, kühlen Getränken und gekühlten, kuscheligen Handtüchern. An der Windschutzscheibe das Namensschild, unterwegs werden Bananen und Äpfel gereicht, und wer vor der Runde auf der Driving Range Bälle schlagen will, der muss nicht zu irgendeinem Ballautomaten – die Bälle sind schon da. Pyramidenförmig aufgebaut warten sie am Abschlag regelrecht darauf, ins Tal geschlagen zu werden.

Ich habe hier mit meinem Freund Ali gespielt. Wir hatten ein paar Tage Alcadeisa gebucht, wir waren dort, am Felsen von Gibraltar, sehr happy mit den beiden Golfplätzen, aber wir suchten noch ein Sahnehäubchen. Natürlich hätten wir in Sotogrande spielen können, wir hätten unsere Kreditkarte heiß laufen lassen und den Ryder-Cup-Platz Valderrama buchen können, aber Freunde empfahlen uns Finca Cortesin. Und wenn es gute Freunde sind, hört man auf sie.

Danke, Ihr Freunde!

Und - sorry, Ihr Freunde!

Sorry deshalb, weil ich an diesem einzigartigen Tag weit entfernt von meinem Handicap gespielt habe. Aber, was soll's?

Ali und ich hatten jede Menge Freude. Wir waren glücklich und dankbar zugleich, an diesem Platz sein zu dürfen. Klar, wir haben tief in die Tasche greifen müssen, um Greenfee und Cart zu bezahlen, aber wir haben keinen einzigen Cent bereut. Jeder Moment, auch jene, an denen ich den Ball nicht getroffen habe, war ein Glücksgefühl. Und jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, bin ich dankbar dafür, Glücksgefühl überhaupt empfinden und genießen zu können.

Leute, wenn Ihr Euch verwöhnen wollt, dann golft auf Alis und Heiners Spuren.

Ihr werdet es nicht bereuen...und nach der Runde gibt's auf der Clubterrasse das beste Sandwich der Welt!



The Montgomerie, Dubai

Das Geschenk meiner Tochter Katinka, das sie mir Weihnachten unter den Tannenbaum gelegt hatte, sah nicht sonderlich spektakulär aus: drei Golfbälle, jeder einzeln verpackt!

Ich nahm sie in die Hand und murmelte irgendetwas, das ich so in Erinnerung habe: "Wunderbar, über Golfbälle freue ich mich immer..."

"Guck mal genau hin," sagte Katinka. Das tat ich dann auch.

"The Montgomerie" stand auf jedem Ball, von Katinka mit einem Filzstift geschrieben. Ich guckte etwas ratlos, fragend.

Nun nahm mich meine Tochter in den Arm und erklärte, was das bedeutet: "Jeder Ball steht für eine Golfrunde in Dubai. Du spielst, ich begleite Dich...und ich zahle das Greenfee."

Drei Bälle - drei Greenfees!

Das war das schönste Weihnachtsgeschenk.

Ich durfte bei meinen künftigen Dubai-Besuchen (Katinka lebte dort ein ...für mich als Vater... verdammt langes Jahrzehnt) nicht nur den aus meiner Sicht schönsten Dubai-Platz spielen, sondern ich hatte für ein paar herrliche Stunden meine Tochter neben mir. Bei mir. Da war dann jede Golf-Runde mehr als Golf-Spielen, das war Nähe zu meiner Tochter pur!

Wer seine Tochter von 360 Tagen im Jahr 330 Tage nicht sieht (außer auf Skype), weiß, welch ein Geschenk das für mich war.

Einfach unvergessen!


Monte Rei, Algarve

Monte Rei, ja, ich habe Portugals besten Golfplatz gespielt. Monte Rei ist gelegen an der östlichen Algarve zwischen dem Serra do Caldeirão Gebirge und dem atlantischen Ozean, Monte Rei ist eine Oase der Entspannung und der Ruhe und das Juwel in der Krone des portugiesischen Golf-Sports. Jack Nicklaus hat Monte Rei gebaut, Nicklaus, der beste Spieler, der jemals einen Golfschläger in die Hand nahm.

Monte Rei werde ich nie vergessen, schon deshalb nicht, weil ich mir da eine Bronchitis eingefangen habe, die mich ein paar Wochen lang auf die Matte geworfen hat. Aber dafür kann Monte Rei nichts - das ist eigentlich mehr meine eigene Schuld.

Mein Freund Günni und ich waren für ein paar Tage an der Algarve. Wir machten Single-Urlaub im Robinson Club - an unserem golffreien Tag im Club wollten wir natürlich dennoch golfen. Nach dem Motto 'Ich kann auf alles verzichten, nur nicht auf Luxus' buchten wir eine Runde in Monte Rei.

Startzeit morgens kurz vor elf.

Herrlich, die Sonne schien, die Carts standen bereit, Günni und ich waren bester Laune, im Flight hatten wir noch eine charmante Dame, die die Wahl hatte zwischen Günni und mir, und so spielten wir den Platz, als wäre es selbstverständlich, mit dem zweiten Schlag auf dem Green zu liegen.

Tja, und irgendwann, so nach der 13. oder 14. Bahn, zog sich die Sonne zurück. Und es wurde kühl und kühler, und ich merkte, dass ich falsch angezogen war. Kurze Hosen, Hemdchen, das war's. Mehr hatte ich nicht dabei. Morgens schien ja die Sonne... Günni war da klüger. Er hatte mehrere Klamotten-Garnituren dabei, ich schlüpfte auch noch in einen Pullover, den er mir gab.

Aber es war zu spät. Als ich nach dem 18. Loch kälteschlotternd ins Auto stieg, ahnte ich, was auf mich zukommen würde.

Richtig; Eine gehörige Bronchitis.

Insofern...Monte Rei bleibt unvergessen...!



Tecina Golf auf La Gomera

La Gomera ist nicht nur eine Insel – sie ist ein Schatz, eine von sieben Perlen, die zusammen die Kanarischen Inseln bilden. Ein idyllisches Eiland mit subtropischem Klima, zwischen Afrika und Spanien gelegen. Und mit einem Golfplatz namens Tecina ausgestattet, der zu Recht zu den zehn besten spanischen Plätzen gehört!

Für mich ist er einer der schönsten, den ich je gespielt habe. Deshalb hier noch einmal ein Dankeschön an meine Freundin Heidi. Sie hatte von dem Platz geschwärmt, sie hatte mich mit den Worten inspiriert: "Den Platz wirst Du im ganzen Leben nicht vergessen."


Heidi hat recht behalten! Wo immer Du stehst auf diesem Platz, Du guckst auf das Meer, das unendlich zu sein scheint. Du schaust auf den Teide, einen der größten Vulkane der Welt, auf der Nachbarinsel Teneriffa. Über Dir liegt wie beschützend ein blauer Himmel. Und im Bag hast Du ausreichend kleine Bananen, von denen es auf La Gomera so viel gibt wie Sand am Meer. Jeden Tag habe ich hier gespielt, jeden Tag bin ich mit dem Buggy vom Clubhaus zum ersten Tee gefahren, und dann habe den Platz genossen, der Dich terrassenförmig nach unten, zum Meer...und ins gemütliche Clubhaus...führt. Ein täglicher Genuss für die Seele, für die Sinne.

Am dritten Tag schlug ich mit zwei Damen ab, beide zwischen 60 und 70, beide charmant, schick gekleidet. Die eine von beiden hatte eine wirklich flotte Mütze auf dem Kopf...ihr Spiel allerdings war grottenschlecht. Kaum ein Ball kam in die Luft, kaum ein Putt fiel, aber sie haderte nicht. Sie wirkte so selig, hier zu sein, sie lachte mit uns auf der Runde.

Unten im Clubhaus versuchte ich dann einen Scherz: "Schade, dass mir Deine Mütze besser gefällt als Dein Spiel..." Da wurde sie ernst. Sie nahm die Mütze ab. Sie legte ihren Kopf quasi vor meine Augen. "Guck Dir mal meinen Kopf an," sagte sie, und ich sah Verletzungen, Blutergüsse, verkrustete Haut.

"Hattest Du einen Unfall?" fragte ich besorgt, als sie die Mütze wieder aufsetzte.

Und dann erzählte sie mir auf der Klubhausterrasse ihre ganze, traurige, entsetzliche Geschichte.

Ihre eigene Tochter war es gewesen, die nachts im Schlaf mit einem Hammer auf den Kopf ihrer Mutter einhämmerte. "Ich hab's Gott sei Dank überlebt," sagt mir meine Flightpartnerin, "wenn ich ihr das Geld nicht freiwillig gebe, wollte sie meine Millionen einfach erben. Sich das Geld mit Gewalt holen. Und scheute nicht vor einem Mord, bzw. Mordversuch zurück...nun sitzt sie in U-Haft und wartet auf ihren Prozess..."

Tränen liefen der Frau über die Wangen.

Ehrlich, mir auch.

So ist es manchmal: Du sitzt im Paradies, der Himmel ist blau, der Wein ist kalt, alles scheint perfekt -und Du begegnest einem Menschen, der mit das Schrecklichste erlebt hat, was man sich vorstellen kann.

"Hast Du Lust, die nächsten Tag noch mal mit mir zu spielen?" hat sie mich gefragt, als die Tränen wieder getrocknet waren.

"Na, klar."

"Aber nur mit Mütze..."

"Na klar."

Wir nahmen uns in die Arme und waren dankbar, dass wir auf der Golfrunde Vertrauen zueinander gefunden haben, um das Herz zu öffnen, um sich schlimme Erlebnisse einfach mal von der Seele zu reden!


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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

Chefredakteur

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