MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

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© 2016 Hans-Heinrich Reichelt, Hamburg

Mein Vater, der Held

Gibt es so etwas wie einen Golfhelden?
Ist Tiger Woods, der sage und schreibe 683 Wochen lang die Nummer 1 war, für mich ein Golfheld? Oder Bernhard Langer, der Mann, der in Deutschland den Golfsport populär gemacht und zweimal das berühmte Masters (Stichwort: Grünes Jacket) gewonnen hat? Ist John Daly, dieser verrückte Kerl mit den bunten Hosen, der den Ball wohl am weitesten von allen driven kann, für mich ein Golfheld? Oder etwa Phil Mickelson, weil der sogar mit links besser spielt als die allermeisten mit rechts?

Auf eine gewisse Weise schon. Jeder von ihnen hat Anstrengungen hinter sich, die die wenigsten auf sich nehmen würden. Vor den "Erfolg über Nacht" hat der liebe Gott viele Jahre kaum vorstellbarer Mühsal im Verborgenen gesetzt.

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Was macht den Unterschied?

Aber mein Herz schlägt noch viel mehr für einen anderen Golfhelden, der nicht nur ein grandioser Spieler ist, sondern auch ein Ausnahme-Vater: Ernie Els, British Open Sieger 2012, vierfacher Major-Sieger, Ausnahmesportler, Ausnahmemensch. Einer, sollte man meinen, dem die Götter zulächeln. Er führt die Liste der meisten Top10-Platzierungen aller Zeiten an.

Warum also ausgerechnet dieser Südafrikaner? Weil er 40 Millionen Dollar für einen guten Zweck eingesammelt hat! Er hat seine Popularität und den Golfsport genutzt, um etwas Einzigartiges zu schaffen. Und er hatte einen Grund jenseits all diesen Glücks.

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BEN. Er ist der Sohn von Ernie und seiner Frau Liezl. Großes Eltern-Glück bei Bens Geburt vor 17 Jahren! Nach Tochter Samantha nun ein Junge! Monate später fiel den jungen Eltern auf, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmte. Sein Vater: „Andere Kinder können mit neun Monaten krabbeln, mit einem Jahr laufen. Und wenn man ihnen in die Augen schaut, dann schauen sie bewusst zurück...“ Nicht so Ben.

Eine Untersuchung ergab schließlich die Diagnose: Ben leidet an Autismus, einer Erkrankung, die noch immer in weiten Teilen nicht wirklich verstanden ist, obwohl die Anzahl der Erkrankungen sich in den letzten Jahrzehnten verzigfacht hat!

Man weiß: Bei Autismus handelt es sich um eine angeborene Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns. Die Symptome und die individuellen Ausprägungen sind vielfältig - sie können von leichten Verhaltensproblemen bis zur schweren geistigen Behinderung reichen. Was sie für die Eltern bedeuten kann, ist nicht ansatzweise vorstellbar.

Jüngste Forschungen ergaben, dass bei Früherkennung und frühzeitiger Förderung Autismus zumindest bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussbar ist.

Für Ernie und Liezl Els war Bens Leid – und das von Millionen anderen Kindern und Familien – der Grund, einen ehrgeizigen Plan zu starten und zu realisieren: die Eröffnung des „Els Center of Excellence“, ein Projekt für autistische Kinder, das über 40 Millionen Dollar verschlingen würde.

Mit seiner Frau Liezl gründete er die „Els for Autism Foundation“ und begann Millionenbeträge zu sammeln, um sie in Forschung und Therapie zu investieren. Nicht nur, um Ben eine bessere Zukunft zu ermöglichen, sondern vielen anderen Kindern, die von der Krankheit betroffen sind.

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Im Frühjahr 2009 startete der vierfache Major-Sieger die größte je dagwesene Amateur-Turnier-Serie. Charity, Charity, Charity: Hier drehte sich alles um den guten Zweck. Jeder Dollar sollte helfen. Und das tat er. Das „Els Center of Excellence“ in Florida wurde 2017 eröffnet. Ben und 300 andere Kinder werden hier von den besten Pädagogen und Therapeuten unterrichtet und betreut. In der Weiterbildung dreht sich alles um E-Learning: Internationale Spitzenforscher haben festgestellt, dass autistische Kinder per Computer wesentlich besser und schneller lernen können als mit traditionellen Lehrmöglichkeiten. Nicht zuletzt, weil es vielen von ihnen schwerfällt, ncht vertraute Menschen an sich heranzulassen.

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Viele werden vielleicht denken: Naja, der hat ja auch das Geld und die Beziehungen. Fakt ist: Das trifft auf die meisten der Spitzenspieler auf der Tour zu. Aber keineswegs jeder hat ein Herz wie das von Ernie Els.
Dank ihm und seiner Familie bekommen Kinder eine Zukunft, die sie sonst nicht gehabt hätten.

 

Immer wenn ich Els sehe, muss ich nict zuletzt wegen der großen optischen Ähnlichkeit an Liam Neeson denken, der den Oscar Schindler in "Schindlers Liste" spielte. Der Film endet auf der Note: "Wer ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt".
 

Nun wisst ihr, warum Ernie Els mein Held ist. Bens Held und der Held seiner Tochter Samantha und seiner Frau Liezl ist er sowieso!