Wetten..., dass aus dem kleinen Fritz ein großer Fritz wird!

Es gibt Momente, in denen Dir die Augen aus dem Gesicht fallen - das sind die Augenblicke, in denen Du nicht glaubst, was Du siehst.

Dieses Erlebnis hatte ich vor ein paar Tagen, als ich von der Runde kam und auf unserer Driving Range einen kleinen Jungen sah. Der Steppke bog sich wie ein Flitzbogen und pfefferte Bruchteile von Sekunden später den Ball vom Tee. Ich weiß nicht, wie weit der Ball flog - ich schätze mal 40, 45 Meter.

In dem Moment hatte ich ein Video vor Augen, das den Tiger als Kind zeigt. Dieser Junge auf der Driving Range erinnerte mich an den Mini-Tiger, der damals mit zwei Jahren die ersten Bälle traf. Tigers Vater Earl legte immer und immer wieder Bälle auf Mini-Tigers Tee - genauso wie der Mann auf unserer Driving Range.

Natürlich sprach ich den Mann an, und so erfuhr ich die Golf-Geschichte eines kleinen Hamburger Jungen, der mit seinem Vater lieber auf den Golfplatz fährt als in die Kita geht!

Der Junge heißt Fritz, der Vater heißt Achim - ein 'Team', das eine Leidenschaft teilt.

Golf, klar!

Dr. Achim Preiss ist Arzt in Hamburg, Orthopäde und Chirurg. Wer Probleme mit seinen Knien oder Sprunggelenken hat, ist bei dem Doc bestens aufgehoben. Achim Preiss hat als Junge gegolft - als mit der Pubertät die Rebellion einsetzte, blieben die Schläger in der Ecke. Nun, zweieinhalb Jahrzehnte später, hat Achim Preiss die Schläger wieder entstaubt und den Golfsport für sich neu entdeckt.

Und das bedeutet, dass er sich auch so manches Mal auf Sky die großen, bedeutenden PGA-Turniere anschaut. Und dass er sich eine Puttmatte fürs Wohnzimmer gekauft hat, auf der er übt.

Lachend sagt mir Fritz's Vater: "Durch Sky und das Putten auf der Matte ist Fritz wohl infiziert..."

Tatsächlich, der Junge begann zu putten. Als er gerade zwei war, ist Achim mit ihm in Hamburg in die Golflounge gefahren. Dort schwang er die ersten Plastikschläger, und die Plastikbälle blieben nicht auf der Stelle liegen, sondern flogen.

War ein junger Tiger geboren?

Achim Preiss checkte, wo idealerweise Eltern-Kind-Golf-Kurse angeboten und gefördert werden. Die Antwort: Im Golfclub an der Pinnau, immer wieder Sonntags. Der Vater meldete das 'Preiss-Team' an, schenkte seinem Filius zum 3. Geburtstag einen US Kids Golf-Schlägersatz. Auf ging's - ausgestattet mit dem kleinsten Driver, den es gibt, einem Eisen 7 und einem Putter.

Wann sollten Kinder mit dem Golfen anfangen? Mit drei, mit vier, fünf...oder erst mit acht Jahren?

Es gibt keine klaren Antworten. Es hängt immer von der Veranlagung ab.

Und vor allem: Von der Freude, von der Lust, die die Kleinen auf der Golfanlage entwickeln. Natürlich ist es eine Gratwanderung - schließlich sollen die Minis gefördert werden - und auch gefordert - aber beides in der vernünftigen Dosis.

"Früh übt sich," lautet ein bekanntes Sprichwort. Nicht immer stimmt es - aber oftmals schon. Ich denke dabei an den Weltranglistendritten Rory McIlroy. Während sein Vater Gerry als Barkeeper im Golfclub arbeitete, vertrieb sich Klein-Rory oftmals die Zeit auf der Driving Range. Schon als Zweijähriger schlug er den Ball knapp 30 Meter weit, zu Hause chippte er im Keller geduldig die kleinen Kugeln in die Trommel der Waschmaschine!

Immer und immer wieder - und fröhlich!

Und der kleine Fritz? Sein Vater sagt auf die Frage: "Sein Driver muss manchmal mit ins Bett. Morgens, wenn er aufgestanden ist, sagt Fritz als erstes: 'Papa, ich will auf den Golfplatz..."

Berühmtestes Golf-Kind freilich ist Tiger Woods. "Am Tag seiner Geburt wußte ich, dass Tiger besonders ist," hat Vater Earl einmal gesagt. Er nannte seinen Junior Tiger nach einem treuen Weggefährten aus dem Vietnamkrieg, in dem Earl Woods gekämpft hatte. In dem kleinen Tiger vereinten sich die Kulturen dieser Welt: Vater Earl war zur Hälfte Afroamerikaner und je zu einem Viertel Indianer und Chinese. Kutilda Woods, des Tigers Mutter, war zur Hälfte Thai und je zu einem Viertel Chinesin und Kaukasierin.

Garagen waren für viele große Leute schon der Einstieg in ein bedeutendes Leben. Bill Gates, Steve Jobs! So auch beim Tiger. Er war neun Monate alt, kletterte von seinem Hochstuhl, schnappte sich einen Golfschläger und hob den Ball ins Netz. Mit zwei Jahren schlug der Tiger die ersten Bälle in einem Fernsehstudio vor laufenden Kameras - das war der Moment, in dem Vater Earl seinem Sohn einen Satz mit auf den Lebensweg gab: "Du wirst nie einer Person begegnen, die mental so stark ist wie Du, mein Sohn."

Der Rest ist Geschichte: Tiger Woods ist die bekannteste Sportpersönlichkeit der Welt. Er war 683 Wochen die Nummer 1 in der Golfwelt, und es gibt kein bedeutendes Turnier, das er nicht mindestens einmal gewonnen hat. Millionen Kids (und nicht nur Kids...) möchten so golfen können wie der Tiger! Und niemand hat die Golfwelt mehr elektrisiert und revolutioniert als dieser Mann aus Cypress in Kalifornien.

Wird der kleine Fritz auch einmal so ein Großer, wird er eines Tages der große Fritz werden?

Natürlich, davor stehen unendlich hohe Hürden. Und dennoch: Ich wette, dass Fritz, wenn er die Lust und die Energie hat, sein Leben aufs Golfen zu fokussieren, eines nicht so fernen Tages die Nummer eins in der Golf-Welt wird! Ich jedenfalls habe in meinen 36 Jahren, in denen ich golfe, nie einen Dreijährigen gesehen, der so aufschwingt ... und so durchschwingt. Und dabei so happy ist!

Ich weiß natürlich, dass es auch immer wieder kritische Stimmen gibt, wenn Kids so früh anfangen zu golfen. Ich höre dann oft, dass sie doch lieber einen Mannschaftssport betreiben sollten als diesen 'einsamen' Golfsport. Selbstverständlich kann man das diskutieren - ich jedenfalls habe mich gefreut, als ich kürzlich auf der Seite www.fairwaykids.de den Beitrag von Julia Krull, Assistant der PGA of Germany las. Sie nannte drei Kompetenzen, die durch das Golf gefördert werden:

VERANTWORTUNG: Die Kinder sind für ihre Leistung auf dem Golfplatz selbst verantwortlich und können eine schlechte Leistung keinem Mitspieler 'in die Schuhe schieben'.

FAIRNESS: Golf ist ein Spiel ohne Schiedsrichter. Von jedem Spieler wird ein faires und ehrliches Verhalten gefordert und somit auch gefördert.

STEIGERUNG DER FRUSTRATIONSGRENZE: Nicht jeder kann immer gute Golfschläge machen. Kinder lernen also auch mit Niederlagen umzugehen.


Zurück zum kleinen Fritz und seinem Vater.

"Meine Traumvorstellung ist," sagte mir Papa Achim, "eines Tages mit Fritz gemeinsam auf die Runde zu gehen."

Dieser Traum wird sich bald erfüllen...und dann dauert es auch nicht lange, dass sich der Vater wundert und stolz ist; Das sind dann die Momente, in denen der Sohn seinen Vater mal locker um 50, 60 oder 100 Meter ausdrived und die Annäherung 'tot an den Stock' legt!!!

PS:

Dabei fällt mir eine Konversation ein, die 20 Jahre zurück liegt. Ein Kollege sprach mit mir über meinen Sohn, einen damals jungen, hochtalentierten Journalisten und meinte: "Du musst aufpassen, Dein Sohn zieht bald an Dir vorbei..."

Da habe ich ihn nur aus großen, hoffnungsvollen Augen angeguckt und gemeint: "Stimmt. Aber nichts wünsche ich mir mehr als genau das..."

Und mein Wunsch hat sich erfüllt!

Ich weiß also, wie wundervoll es sich anfühlt, wenn Väterwünsche wahr werden!








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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

Chefredakteur

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