Zaubergolf in Bissenmoor


Ich habe überlegt: Fliege ich nun nach Rio, oder fahre ich nach Bissenmoor? Ich habe mich für Schleswig-Holstein entschieden, und das war auch gut so! Denn im Golf und Countryclub Gut Bissenmoor, einer Golfperle in Norddeutschland, habe ich nicht nur selbst gegolft (das hätte ich bei der Olympiade nicht gedurft…), sondern auch großartiges Golf gesehen!

20 Nationen am Start

Das großartige Golf hat einen Namen: Pro Golf Tour, Classic 2016. 150 junge Golfer aus 20 Ländern waren nach Bissenmoor gekommen. Nach drei Runden siegte der Franzose Mathieu Fenasse. Der 24jährige lieferte am Finaltag ein über 18 Bahnen packendes Duell mit dem Iren Rory – nein, nicht McIlroy!, sondern McNamara – und setzte sich erst auf dem letzten Loch des Turniers mit einem Birdie durch. Die Scores waren schon beeindruckend und eines Siegers absolut würdig: 67, 65, 69!

In Bissenmoor habe ich einen alten (damit meine ich natürlich nicht das Alter, sondern langjährigen!) Freund wiedergetroffen: Herbert Lösing. Der Hamburger Geschäftsmann und Hobbygolfer (hcp 18) hatte mich eingeladen, auf seinem Platz zu spielen. Seinem?!? Ja, auf seinem Platz.

Herbert Lösings Traum vom eigenen Platz

Lösing hat vor sechs Jahren mit seinem Freund Jean Paul Metz die Anlage in Bissenmoor (Bad Bramstedt) gekauft. "Wie kommt es zu so einem Kauf?", habe ich Herbert gefragt. Den Tipp hatte er von Martin Hughes bekommen, einem britischen Pro, der ein paar Jahre zuvor den Golfclub Lutzhorn aufgebaut hatte.

"Wir hatten damals das Ziel, aus dieser Anlage in Bissenmoor etwas Großes, etwas Besonderes zu machen", erzählt Herbert. "Hier sollte jeder gern spielen wollen: der Amateurgolfer und der weit gereiste Profigolfer, der Stunden um Stunden unterwegs ist, um hier bei uns aufzuteen!"

Der Plan ist aufgegangen! Der große Platz und die Kurzbahnen sind exzellent gepflegt, Pro Mike Bradley ist seit Jahren happy in Bissenmoor. Frank Gärtner, der Greenkeeper, kümmert sich mittlerweile seit 15 Jahren voller Leidenschaft und deshalb auch erfolgreich um Fairways und Greens. Derzeit bekommt das Clubhaus ein neues Gesicht. "Und wenn unser Hotel fertig ist, werden wir das Finale von der Golf Pro Tour zu uns holen", sagt Herbert entschlossen.

Einer, der nicht nur den Schläger durchzieht

Er lacht, der Herbert. Es ist ein stolzes Lachen – von jemandem, der Dinge anschiebt und durchzieht. Einer, der Visionen hat und sie realisiert. Wir beide haben uns vor 30 Jahren in meinem Heimatclub An der Pinnau kennengelernt. Und ich kann mich noch heute sehr gut daran erinnern, wie er mit zwei anderen Freunden im Juni 1987 einen einzigartigen Golf-Welt-Rekord hinlegte. Die drei Golfkumpels spielten damals innerhalb von 24 Stunden auf drei Kontinenten je 18 Löcher! Wie das? So…

Start am 23. Juni, morgens um 4.45 Uhr im afrikanischen Marokko, auf dem Royal Country Club in Tanger. Ende der Runde um 6.55 Uhr.

Dann mit der Linienmaschine nach Europa, nach London. Hier, vor den Heathrow-Toren, 18 Löcher auf dem Temple Golf Club. Start 14.15 Uhr – letzter Putt um 17.15 Uhr.

Danach mit der Concorde nach New York – nach der Landung auf JFK innerhalb von 30 Minuten (!) durch die Immigration, mit dem Heli nach Long Island. Tee-Time um 19.25 Uhr auf dem Plandome Country Club. Shake hands um 21.10 Uhr. Herbert: "Die letzten drei Bahnen haben wir mit Leuchtbällen gespielt."

Als die Männer drei Tage, (einige Drinks und Interviews) später wieder in Quickborn im damaligen Heimatclub landeten, war das Hallo groß!

Wir hatten Weltmeister im Club - absolut supergeil!

Mr. Bissenmoor mit der goldenen Flight-Hand

Im Golf und Countryclub hat Herbert Lösing einen Mann an seiner Seite, der nicht nur golfmäßig erstklassig (hcp 5,5) ist, sondern auch in jeder anderen Hinsicht: Es ist der Australier Dale Habbe, seines Zeichens Geschäftsführer und respektvoll Mr. Bissenmoor genannt. Zum ProAm vor der großen Pro Golf Tour hatte er mir nicht nur zwei sympathische Amateure, darunter Nord Event Manager Hans-Christoph Klaiber, zugeteilt, sondern als Pro den Niederländer Fernand Osther.

Der 28jährige gehört ins große Heer all der Golfer, die wirklich super spielen und super scoren, und denen der Weg in die Weltspitze und den Millionen Dollars dennoch (noch…) nicht gelungen ist. ‚Mein‘ Pro Fernand beispielsweise wohnt noch zu Hause, um die Miete zu sparen. Nachts kellnert er im Spielcasino von Venlo und morgens um halb neun steht er wieder auf der Driving Range oder hält sich im Fitnessclub fit.

Guten Menschen geschehen schlechte Dinge

Die 180 Zertififkate, die er an Sponsoren ausgegeben hatte, wurden leider nicht verlängert, weil die Sponsoren mit dem Rückfluss des Geldes nicht so recht zufrieden waren. Und dann hatte er auch noch Pech nach einem furiosen Start.

Am ersten Tag lag er mit minus 5 an der Tabellenspitze, am zweiten Tag zog er sich bei einem seiner gigantischen Drives eine Schulterverletzung zu und konnte deshalb trotz Physiotherapie den dritten Tag nicht mehr spielen. Heißt: Außer Spesen nix gewesen! Aber den Platz hat er dennoch in guter Erinnerung. So oft schwärmte er immer wieder auf unserer gemeinsamen Runde von Greens und Fairways: „Wunderbar!“

Ich hoffe, Du erholst Dich gut, Fernand!

Und mein Resümee nach meinem Bissenmoor-statt-Rio-Ausflug?

Es waren tolle Stunden auf einem tollen Platz! Ich kann jeden verstehen, der sich hier nach dem ersten Abschlag für die nächsten vier, fünf Stunden auf sein Spiel konzentriert und diese Superperle Norddeutschlands in vollen Zügen genießt!

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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

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