Boris: Der Ball bleibt rund

Es gibt Tage, die man nie vergisst. Der 7. Juli 1985 ist einer davon. Unsere ganze Familie klebte am Bildschirm und der Rest der Nation ebenfalls, als Boris Becker Wimbledon gewann – mit gerade mal 17 Jahren! Somit war er nicht nur der erste Deutsche, der dieses bedeutende Tennisturnier für sich entschied, er war auch der Jüngste und diesen denkwürdigen Rekord hält er bis heute! Mittlerweile ist er wieder die Nummer 1 im Tennis: als Coach von Novak Djokovic, den er als Weltranglistenzweiten übernahm und ihn zum Allerbesten der Welt machte. Außerdem hat Boris, Gewinner von sechs Grand Slams, Novak zum Wimbledon-Triumph 2014 geführt.

Als leidenschaftlicher Golfer ist Boris auch einer von uns – immerhin mit Handicap 8. Hanns-Bruno Kammertöns, verantwortlicher Redakteur von ZEIT GOLFEN , hat für die April-Ausgabe ein Interview mit Boris Becker geführt. Ich will Euch ein paar Auszüge nicht vorenthalten… und auch nicht, was ich dazu zu sage habe!

ZEIT: Was hat Golf mit Tennis gemeinsam?

Boris: „Golf ist wie Tennis ein Spiel gegen sich selbst. Golf ist für mich ein Einzelsport – man muss erst mal sich selber besiegen und dann hoffentlich den Platz. Ganz zum Schluss spielt man mit einem Partner, Freund, Gegner, mit zweien oder dreien. Aber alles beginnt mit dem Kampf gegen sich selbst. Und das ist im Tennis genauso.“

WENN ES WIRKLICH EINER BEURTEILEN KANN, DANN BORIS!

Die Brutalität der Wahrheit

ZEIT: Ist Tennis brutaler?

Boris: „Golf kann auch brutal sein. Da kann man 17 Loch lang führen, dann kommt das 18. Loch, und man ahnt, dass jetzt eine Nervenschlacht beginnt. Besonders tückische Bunker, dazwischen ein See und dahinter das Clubhaus. Und es passiert…“

AUF DIESE WEISE HABE ICH MAL BEIM ZOCKEN EINEN KLEINEN BATZEN GELD VERGEIGT… HABE ICH MIR ABER EIN PAAR TAGE SPÄTER NATÜRLICH WIEDERGEHOLT. MIT ZINSEN.

ZEIT: Passiert es Ihnen oft?

Boris: „Nein, aber es passiert. Man schlägt einen Quadruple-Bogey, furchtbar, vier über Par – mit anderen Worten, alle guten Schläge in den vergangenen vier Stunden waren vergeblich. Das kann Dir im Tennis auch passieren. Du liegst weit in Führung, hast einen Matchball, verlierst den Matchball mit einem Doppelfehler und gehst dann im fünften Satz unter. Also, das ist ähnlich. Es gibt viele Parallelen zwischen Golf und Tennis.“

ICH ERINNERE NUR AN JORDAN SPIETH, ALS ER DAS GRÜNE JACKET BEIM MASTERS 2016 IN AUGUSTA MIT EINEM QUADRUPLE-BOGEY AUF EINEM PAR 3 VERGEIGTE. ARMER JORDAN…

ZEIT: Warum sind Sie eigentlich beim Tennis ein so Großer geworden und nicht beim Golf?

Boris: „Ich muss leider gestehen, dass mein Golftalent doch geringer war als mein Tennistalent.“

ABER MITTLERWEILE MIT EINEM HANDICAP 8 EINSTELLIG ZU SEIN - DAS IST JA AUCH NICHT SO SCHLECHT, LIEBER BORIS…

Boris ahnt, was Tiger Woods fehlt…

ZEIT: Können Sie sich nicht auch mal um Tiger Woods kümmern?

Boris: „Auch, wenn ich jetzt kurz lache, jedenfalls ahne ich, was ihm fehlt.“

DA BIN ICH JETZT ABER MAL NEUGIERIG…

ZEIT: Nämlich?

Boris: „Sagen wir mal so, ich kann mir vorstellen, was einem ehemaligen weltbesten Spieler fehlt, wenn er wieder zurückkommen möchte. Aus der Ferne weiß ich nicht, was er dafür zu tun bereit ist. Das ist die entscheidende Frage, was er bereit ist zu tun, um wieder der Tiger Woods zu werden, der er einmal war. Das beinhaltet Grenzüberschreitungen, Schmerzen, Wahrhaftigkeit. Man muss Dinge ansprechen, die einem weh tun. Nur so kann man offen und frei und ohne Zweifel an die Sache herangehen. Was dabei herauskommt, weiß man nicht, aber man hat zumindest keine Entschuldigung mehr. Ich habe mit ihm mehrfach gespielt, und ich bin ein großer Bewunderer seiner Lebensleistung mit all ihren Höhen und Tiefen.“

BORIS UND DER TIGER HÄTTEN SICHER AUCH NOCH EIN PAAR ANDERE GEMEINSAME THEMEN.

ZEIT: Golf ist ein Spiel mit fast heilig anmutenden Regeln. Empfinden Sie die Etikette eigentlich als Last?

Boris: „Wenn ich auf den Golfplatz gehe, erwarte ich von meinem Mitspieler, dass er eine passende Hose trägt und ein passendes Hemd, dass er wie ein Golfspieler aussieht und nicht wie ein Zirkuspferd. Es gibt diese Regeln. Wenn mein Partner, mein Gegner seinen Ball schlägt, dann halte ich die Klappe. Dann gebe ich keinen Kommentar ab. Und wenn, dann lobe ich! Allenfalls sage ich:’Bad luck!’ Ich helfe ihm, den Ball zu finden und laufe nicht weg, und ich hoffe, das Gleiche macht er auch bei mir. All diese Dinge sind mir beim Golf wichtig.“

VON BORIS WÜRDE ICH MIR WIRKLICH SEHR GERN MAL BEIM BÄLLE SUCHEN HELFEN LASSEN!

Und falls Ihr Boris legendären Sieg noch mal sehen wollt: einfach aufs Foto klicken.

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MEDIZIN FÜR MENSCHEN

 

Hans-Heinrich Reichelt

Chefredakteur

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