US-Masters 2022 in Augusta - ich bin live dabei! Danke sky! Danke Julian!

Einmal im Jahr blickt die ganze Golfwelt vier Tage lang auf eine Stadt im US-Bundesstaat Georgia: auf die 202.081 zählende Stadt Augusta. Hier, im Augusta National Golf Club, teen die besten Golfer der Welt auf. US-Masters heißt das Tournament - wer letztendlich nach 72 Löchern als Sieger auf dem Platz steht und gefeiert wird, schlüpft in das begehrte grüne Jackett.

Der legendäre Jack Nicklaus trug sechsmal das green jacket. Tiger Woods, mein persönlicher Lieblingsgolfer, zog sich das Sieger-Jackett fünfmal an. Bei seinem ersten Masters-Major-Sieg schrieb er sogar Golfgeschichte: Der Tiger gewann das Turnier mit einem Rekordvorsprung von sage und schreibe 12 Schlägen.

Aber auch ein Deutscher gehört zu den Masters-Gewinnern: Bernhard Langer trug das grüne Jackett 1985 und 1993. In diesem Jahr schaffte er leider den Cut nicht, schade natürlich, aber das mindert in keinem Fall seine Einmaligkeit als bester deutscher Golfer. Wie auch all die Jungs heißen, die mit dem Golfball gut umgehen können - sie alle können sich von Bernhard Langer eine Scheibe abschneiden.

Foto:Bogner/Stefan von Stengel


Georgia, genauer noch Augusta, ist so wahnsinnig weit weg von meinem Schreibtisch. Ich habe mal nachgeguckt; Ich müßte ungefähr zwischen 12 und 14 Stunden fliegen, um in Atlanta, Georgias Hauptstadt, zu landen. Dann müßte ich irgendwie weiter nach Augusta - mit dem Auto, der Bahn oder einem kleineren Flugzeug. Wie auch immer, ich wäre locker 20 Stunden unterwegs, um in Augusta einzuchecken.

Und endlich da, hätte ich das Problem, das ich weder zu Hause und auch nicht vor Ort lösen könnte: Ich stünde ohne Eintrittskarte vor dem Augusta National Golf Club, und niemand würde ein Ticket rausrücken. Denn die sind so begehrt wie eine Immobilie mit Alsterblick und Jahre im voraus vergeben. Masters-Tickets gehören schlichtweg zu den exclusivsten und teuersten Tickets aller Sportevents. (Und wenn ich mir meinen Kontostand so angucke, reicht es nicht einmal für eine großzügige Anzahlung.)

Aber, ich hab's ja gut.

Ich habe einen Sohn, und der hat sky. Und weil er sky hat, habe ich auch sky...danke Julian für den Code!

Und dank Julian und sky bin ich tatsächlich live dabei. Wie luxuriös...

Ich sitze in meinem Ohrenbackensessel, links neben mir eine Tüte Erdnuß Locker Classic, auf dem Beistelltisch ein Gläschen kühlen Weißwein - und in der Hand mein iphone SE. Und somit ist Augusta nicht mehr 20 Stunden von mir entfernt, sondern die Greens und die Fairways liegen mir regelrecht zu Füßen, sky macht mich zum allgegenwärtigen Augenzeugen. (Vor Jahren habe ich im andalusischen Valderrama den Ryder Cup erlebt. Von der Athmosphäre schwärme ich noch heute, aber soll ich Euch sagen, was ich während der Tage gesehen habe: viele, viele Menschen...aber kaum einen Putt oder einen Drive. Mit einszweiundsiebzig war ich einfach zu klein, um über die Köpfer der Zehner-und Zwanziger-Reihen gucken zu können...)

Aber hier, in meinem Ohrenbackensessel sehe ich alles - die Kameraleute fangen mit ihren Kameras alles ein, was relevant ist für die internationale Golfwelt, die kein Ticket hat.

O Ich sehe, wie der Tiger nach Unfall und Operationen wieder (zumindest an den ersten beiden Tagen) geschmeidig und selbstbewußt über die Fairways geht.

O Ich sehe, wie Scottie Scheffler die Drives mit einer unglaublichen Präzision weit über 200 Meter nach vorn jagt.

O Ich sehe, wie der arme Adam Scott einen Putt nach dem anderen verschieb und schier verzweifelt an eine Rückreise nach Australien denkt.

O Ich sehe, wie sich das Muskelpaket Bryson DeChambau mit Schmerzen über den Platz quält und erkennen muss, dass es für den Cut nicht reicht.

O Ich sehe, wie dem US-Golfer Hudson Swafford in der zweiten Runde der Schlägerkopf vom Eisen fliegt, und wie es der Ball dennoch immerhin auf 200 Meter bringt...

O Ich sehe, wie der Südafrikaner Charl Schwartzel auf der 10. Bahn den kleinen weißen Ball, der so widerspenstig millimetergenau über den Lochrand rollen kann, wie Schwartzel genau diesen Ball auf dem Par 4 aus 124 Metern einlocht, mit Backspin. Eagle. Congrats, Charl!

O Ich sehe Bubba Watson, wie der im wahrsten Sinne des Wortes alles mit links macht!

O Ich sehe, wie Bernhard Langer im Interview sein Masters-Aus erklärt, ohne dabei zerknirscht oder deprimiert zu sein.

O Ich sehe Jon Rahm, wie er immer wieder mit seinen Annäherungen hadert.

Ich sehe das alles, weil sky das Recht und die Rechte erworben hat, Augusta zu mir und vielen Millionen ins Wohnzimmer zu liefern.

In solchen Momenten wird mir auch immer wieder bewußt, wie sich die digitale Technik in meinen Lebensjahren entwickelt hat. Als junger Reporter träumte ich davon, beim Telefonieren mein Gegenüber zu sehen - einfach zu beobachten, wie die Person auf meine Fragen reagiert, damit ich auch wieder reagieren kann...! Natürlich haben wir alle über diesen Wunsch gelacht - wie sollte das funktionieren??? Hahaha...und heute, kein halbes Jahrhundert später! In meinem kleinen iphone stecken Möglichkeiten, die ich gar nicht alle ausschöpfen kann. Das Masters live zu erleben, ist eine davon - und wenn ich in dieser Sekunde einen Freund in Dubai anrufen und ihn beim Quatschen sehen möchte, dann ist das ein Knopfdruck auf facetime...und schon sehen wir uns face to face.

Alles ist mittlerweile normal, selbstverständlich...aber diesen technischen Sprung nach vorn von Anfang an miterlebt zu haben (bzw. mitlereben zu dürfen), ist schon etwas Grandioses!

OK Leute, das war's für heute.

Es ist gleich 20 Uhr...ich hole mir noch schnell ein Glas Wein aus dem Kühlschrank, und dann geht's in die vierte Runde in Augusta!









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